Leitfaden·Für Anfänger

REITs: Mit Immobilien-Aktien Geld verdienen

Wie du ohne eigene Immobilie vom Immobilienmarkt profitierst.

14 Min. Lesezeit
REITs: Mit Immobilien-Aktien Geld verdienen

REITs (Real Estate Investment Trusts) ermöglichen es dir, in Immobilien zu investieren, ohne selbst eine Immobilie kaufen zu müssen. Lerne, wie REITs funktionieren, welche Vorteile sie bieten und worauf du achten solltest.

1Was sind REITs?

REITs (Real Estate Investment Trusts) sind börsennotierte Unternehmen, die Immobilien besitzen, betreiben oder finanzieren. Sie bieten Privatanlegern die Möglichkeit, in große Immobilienportfolios zu investieren — von Bürogebäuden über Einkaufszentren bis hin zu Logistikparks und Rechenzentren.

Der entscheidende Vorteil: Du investierst in Immobilien mit der Liquidität einer Aktie. Du kannst jederzeit kaufen und verkaufen, brauchst kein sechsstelliges Eigenkapital und musst dich nicht um Mieter oder Renovierungen kümmern.

2Wie funktionieren REITs?

Ein REIT sammelt Kapital von Investoren und kauft damit Immobilien. Die Mieteinnahmen aus diesen Immobilien fließen als Dividenden an die Aktionäre. Per Gesetz müssen REITs mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Einkommens ausschütten — deshalb sind die Dividendenrenditen überdurchschnittlich hoch.

  • Equity REITs: Besitzen und betreiben Immobilien. Sie verdienen an Mieteinnahmen und Wertsteigerung. (~90 % aller REITs)

  • Mortgage REITs (mREITs): Finanzieren Immobilien über Hypotheken und verdienen am Zinsunterschied.

  • Hybrid REITs: Kombination aus Equity und Mortgage.

3REIT-Sektoren

REITs decken praktisch jeden Immobilienbereich ab:

  • Wohnen: Apartments und Mietwohnungen (z. B. Vonovia, AvalonBay).

  • Büro: Bürogebäude in Innenstadtlagen (z. B. Boston Properties).

  • Einzelhandel: Einkaufszentren und Fachmarktzentren (z. B. Realty Income).

  • Logistik & Industrie: Lagerhallen und Distributionszentren (z. B. Prologis — der größte REIT der Welt).

  • Gesundheit: Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen (z. B. Welltower).

  • Rechenzentren: Die Infrastruktur der digitalen Wirtschaft (z. B. Equinix, Digital Realty).

  • Infrastruktur: Funkmasten und Glasfasernetze (z. B. American Tower, Crown Castle).

4Vorteile von REITs

4.1Hohe Dividendenrenditen

Durch die gesetzliche Ausschüttungspflicht von 90 % bieten REITs typischerweise Dividendenrenditen von 3–6 %. Einige REITs wie Realty Income zahlen sogar monatlich Dividende.

4.2Diversifikation

Immobilien korrelieren nicht vollständig mit dem Aktienmarkt. REITs im Portfolio können die Gesamtvolatilität senken und die risikoadjustierte Rendite verbessern.

4.3Inflationsschutz

Mietverträge enthalten oft Inflationsklauseln. Wenn die Preise steigen, steigen auch die Mieten — und damit die Einnahmen der REITs. Das macht REITs zu einem natürlichen Inflationsschutz.

4.4Liquidität

Im Gegensatz zu direkten Immobilieninvestments kannst du REIT-Aktien jederzeit an der Börse handeln. Kein monatelanger Verkaufsprozess, kein Notar, keine Maklergebühren.

5Wichtige Kennzahlen

  • FFO (Funds from Operations): Die wichtigste Kennzahl für REITs. Entspricht dem operativen Gewinn bereinigt um Abschreibungen und Veräußerungsgewinne.

  • AFFO (Adjusted FFO): FFO bereinigt um Instandhaltungskosten. Zeigt den nachhaltigen Cashflow.

  • P/FFO (Kurs-FFO-Verhältnis): Das KGV der REIT-Welt. Unter 15 gilt als günstig.

  • NAV (Net Asset Value): Der Nettovermögenswert der Immobilien. REITs handeln oft über oder unter ihrem NAV.

  • Verschuldungsgrad (Debt/EBITDA): Unter 6x gilt als konservativ finanziert.

6Risiken von REITs

  • Zinsrisiko: Steigende Zinsen machen Anleihen attraktiver und können REIT-Kurse belasten.

  • Immobilienmarktrisiko: Leerstände, sinkende Mieten oder fallende Immobilienwerte.

  • Branchenrisiko: Einzelhandels-REITs leiden unter E-Commerce, Büro-REITs unter Remote Work.

  • Verschuldungsrisiko: REITs finanzieren Akquisitionen oft mit Fremdkapital.

7REIT-ETFs für Einsteiger

  • iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF: Globale Immobilien-Aktien aus Industrieländern.

  • Vanguard Real Estate ETF (VNQ): Die 150+ größten US-REITs in einem ETF.

  • SPDR Dow Jones Global Real Estate ETF: Weltweite Diversifikation über alle REIT-Sektoren.

8Fazit

REITs sind eine der elegantesten Möglichkeiten, vom Immobilienmarkt zu profitieren — ohne die Nachteile direkten Immobilienbesitzes. Mit hohen Dividendenrenditen, breiter Diversifikation und der Liquidität einer Aktie sind sie eine wertvolle Ergänzung für jedes Portfolio.

Häufige Fragen

Was ist ein REIT?

Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist ein börsennotiertes Unternehmen, das Immobilien besitzt, betreibt oder finanziert. REITs sind gesetzlich verpflichtet, mindestens 90 % ihrer Gewinne als Dividende auszuschütten.

Warum zahlen REITs so hohe Dividenden?

REITs müssen per Gesetz mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Einkommens an Aktionäre ausschütten. Dadurch erreichen sie typischerweise Dividendenrenditen von 3–6 %, deutlich mehr als der Aktienmarkt im Durchschnitt.

Sind REITs eine gute Anlage?

REITs bieten Diversifikation, regelmäßige Dividenden und Inflationsschutz. Sie eignen sich besonders für Anleger, die passives Einkommen aus Immobilien wünschen, ohne die Nachteile direkter Immobilienbesitze (Verwaltung, Klumpenrisiko, Illiquidität).

Wie kann ich in REITs investieren?

Du kannst einzelne REIT-Aktien an der Börse kaufen oder in REIT-ETFs investieren. Beliebte REIT-ETFs sind z. B. der iShares Developed Markets Property Yield oder der Vanguard Real Estate ETF.

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