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Preferred vs Common – Macht die Art der Aktie noch einen Unterschied?

Preferred vs Common – Macht die Art der Aktie noch einen Unterschied?

In der Unternehmensfinanzierung gibt es verschiedene Arten von Aktien, die Investoren erwerben können, wobei die am häufigsten vorkommenden die Stammaktien (Common Stock) und Vorzugsaktien (Preferred Shares) sind. Beide Aktienarten repräsentieren einen Eigentumsanteil am Unternehmen, unterscheiden sich jedoch in einer Reihe von Schlüsselmerkmalen.

Stammaktien (Common Stock)

  1. Stimmrecht: Inhaber von Stammaktien haben in der Regel ein Stimmrecht bei Hauptversammlungen des Unternehmens. Dies ermöglicht ihnen, bei wichtigen Unternehmensentscheidungen wie der Wahl des Vorstands oder bei Fusionen und Übernahmen mitzuwirken.
  2. Dividenden: Stammaktionäre haben Anspruch auf Dividenden, allerdings nur, wenn das Unternehmen diese ausschüttet und nachdem die Dividenden für Vorzugsaktionäre gezahlt wurden.
  3. Kapitalwachstum: Stammaktien bieten in der Regel ein höheres Potenzial für Kapitalwachstum, da sie stärker von der Unternehmensleistung und den Marktbedingungen abhängen.
  4. Liquidation: Im Falle einer Liquidation des Unternehmens stehen Stammaktionäre am Ende der "Nahrungskette". Sie erhalten ihr Kapital erst zurück, nachdem alle Schulden, Verbindlichkeiten und Dividenden für Vorzugsaktionäre beglichen wurden.

Vorzugsaktien (Preferred Shares)

  1. Kein Stimmrecht: In der Regel haben Vorzugsaktien kein Stimmrecht bei Hauptversammlungen, es sei denn, die Dividenden werden nicht wie versprochen gezahlt oder es gibt andere spezielle Bedingungen.
  2. Dividenden: Vorzugsaktionäre haben in der Regel Anspruch auf eine festgelegte Dividende, die vor den Dividenden für Stammaktionäre gezahlt wird. Diese Dividende kann kumulativ sein, was bedeutet, dass nicht gezahlte Dividenden sich ansammeln und später ausgezahlt werden müssen.
  3. Stabilität: Vorzugsaktien sind in der Regel weniger volatil als Stammaktien und bieten daher eine stabilere, wenn auch oft geringere, Rendite.
  4. Liquidation: Im Falle einer Liquidation des Unternehmens stehen Vorzugsaktionäre in der Rangfolge der Kapitalrückzahlung vor den Stammaktionären, aber nach den Gläubigern.

Ein Rat von einer Börsenlegende

Benjamin Graham, einer der Pioniere der modernen Wertpapieranalyse und Mentor von Warren Buffett, sprach sich generell gegen Investitionen in Vorzugsaktien aus. Seine Skepsis basierte auf mehreren Faktoren, die im Kontext seiner Investmentphilosophie des "Value Investing" stehen. Er legte den Fokus vor allem auf das fehlende Stimmrecht und sah darin einen großen Nachteil darüber hinaus beanstandete er auch noch andere Faktoren.

Vorzugsaktien können beispeilsweise komplexe Bedingungen und Konditionen haben, die für den durchschnittlichen Anleger schwer zu verstehen sind. Graham betonte die Bedeutung der Einfachheit und Verständlichkeit einer Investition.

Vorzugsaktien haben oft ein begrenztes Aufwärtspotenzial im Vergleich zu Stammaktien. Sie sind in der Regel weniger volatil und bieten stabilere Dividenden, aber sie profitieren nicht so stark von der Wertsteigerung des Unternehmens. Graham suchte nach unterbewerteten Aktien mit hohem Wachstumspotenzial, und Vorzugsaktien passten nicht in dieses Schema.

Aufgrund dieser Faktoren betrachtete Benjamin Graham Vorzugsaktien als weniger attraktiv für den durchschnittlichen Value-Investor, der auf langfristiges Kapitalwachstum und Einfluss auf die Unternehmensführung abzielt.

Fazit

Vorzugsaktien mögen auf den ersten Blick als attraktive Anlageoption erscheinen, insbesondere für diejenigen, die eine stabilere Dividendenausschüttung suchen. Doch aus der Perspektive von Benjamin Graham, dem Urvater des Value Investing, bieten sie eine Reihe von Nachteilen, die sie für den langfristig orientierten und risikobewussten Anleger weniger attraktiv machen.

Für Anleger, die Grahams Prinzipien des Value Investing folgen, scheinen Stammaktien daher die bessere Wahl zu sein. Sie bieten nicht nur das Potenzial für höhere Renditen durch Kapitalwachstum, sondern auch die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des Unternehmens teilzuhaben. In einer Welt, in der die Qualität des Managements und die langfristige Unternehmensstrategie entscheidende Faktoren für den Anlageerfolg sind, sind dies nicht zu unterschätzende Vorteile.

Allerdings hat sich die moderne Finanzwelt durch ETFs so stark verändert, dass Grahams Ratschläge nur noch begrenzt nützlich sind. Denn das Stimmrecht wird heutzutage sowieso nur von einem Bruchteil der Anleger wahrgenommen. Heutzutage ist der Unterschied für Aktionäre damit weniger relevant als je zuvor.

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