
Berkshire Hathaway Aktienanalyse: Investmentgigant auf der Suche nach Chancen
Berkshire Hathaway ist eine der bekanntesten Aktien der USA. Die Holdinggesellschaft wird vom bekanntesten zeitgenössischen Investor, Warren Buffett, geführt. Er hat das Unternehmen von einem einfachen Textilhersteller in eine cashflowstarke Versicherungsgesellschaft verwandelt, die ihr Kapital in diversen Unternehmen angelegt hat. Das Unternehmen hat ein einzigartiges Geschäftsmodell und konnte in der Vergangenheit stark wachsen. Aktuell ist der Bestand an Barreserven jedoch auf einem Rekordhoch. Es finden sich immer weniger Gelegenheiten für Buffetts Stile des Value Investing. Das wirft die Frage auf: kann das Konglomerat noch weiter wachsen und attraktive Renditen generieren?
Berkshire Hathaway Aktie und Aktienanalyse
- Hauptsitz
- Omaha, Vereinigte Staaten
- Kurs
- 496.000 € (A) / 327,40 € (B)
- Ausstehende Aktien
- 1,47 Mio. (A) / 2.167 Mio. (B)
- Marktkapitalisierung
- 782,77 Mrd. $
- EBIT-Marge 2022
- 13,18 %
- Free Cash Flow Rendite 2022
- 22,03 %
- Eigenkapitalrendite 2022
- 19,17 %
- Datum
- 11.08.2023
Berkshire Hathaway Aktienanalyse
Maximal defensiv investiert.Berkshire Hathaway investiert nach strikten Value-Kriterien, die vom CEO Warren Buffett und zuvor seinem Lehrer Benjamin Graham geprägt wurden. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren aber immer wenige attraktive Anlagechancen gefunden und hat aktuell eine sehr große Cash-Position. Buffett sucht neue Märkte und wird aktuell vor allem in Japan fündig.
Ein passiver Investor.Berkshire Hathaway fokussiert sich darauf, nur minimal in die Angelegenheiten der Portfoliounternehmen involviert zu sein. Das Unternehmen kauft in der Regel ein niedrig bewertetes Unternehmen, stattet es mit Cash aus und setzt einen neuen CEO ein. Danach werden die meisten Investments zum Selbstläufer, sodass die Verwaltungskosten gering bleiben und das Hauptquartier von Berkshire Hathaway mit weniger als 30 Angestellten auskommt.
Einzigartiges Unternehmen.Berkshire Hathaway ist ein Konglomerat, das kaum direkte Vergleichspartner hat. Denn das individuelle Modell der Reinvestition der Cashflows aus dem Versicherungssegment in profitable und stabile Unternehmen wurde von keinen anderen Versicherer so konsequent angewendet. Dadurch hat Berkshire sehr diversifizierte Einkommensströme aufgebaut.
Hinweis. Berkshire Hathaway hat sowohl ausstehende A- als auch B-Aktien.Die A-Aktien sind aufgrund ihres Stückpreises von mehr als 500.000 USD nicht gerade leicht erschwinglich. Die B-Aktie handelt jedoch aktuell im Bereich von ca. 350 USD und ist damit käuflich. Wir beziehen in dieser Analyse alle Kennzahlen, die sich auf den Aktienkurs stützen, auf die B-Aktie. Die B-Aktien haben verhältnismäßig ein deutlich geringeres Stimmrecht, allerdings ist dies bei der Größe des Unternehmens aus unserer Sicht zu vernachlässigen, da Berkshire Hathaway ein so großer Konzern ist.
Die Berkshire A-Aktie ist aktuell die teuerste der Welt. Das Unternehmen führte für diese Aktie nie einen Split durch.

Berkshire konnte sich innerhalb eines Jahres weitestgehend von der Pandemie erholen.
1Geschäftsmodell
Aktuell scheint Berkshire nach Fair Value stark überbewertet zu sein. Wir erklären in dieser Analyse, wieso das der Fall sein könnte.
1.1Unternehmensgeschichte: Vom Teppichhändler zum Milliardenkonzern
- 1893Erster Vorläufer. Das Unternehmen Berkshire Hathaway hat seine Anfänge in der Valley Falls Company, gegründet von Oliver Chance. Das Unternehmen wird 90 Jahre später mit Berkshire Cotton Manufacturing verschmolzen und produziert weiterhin nur Textilien. Der Name lautet Berkshire Fine Spinning Associates. Der Name Berkshire Hathaway entsteht, als das Unternehmen sich 1955 wiederum mit Hathaway Manufacturing zusammenschließt. Grund ist damals die Konkurrenz aus China mit billigeren Preisen. Das Unternehmen ist damals aber schon bei einer signifikanten Größe von 120 Millionen Jahresumsatz angelangt und hat etwa 12.000 Angestellte.
- 1962Warren Buffett mischt sich ein. Er beginnt, Anteile an Berkshire Hathaway zu kaufen, da er eine massive Unterbewertung sieht. Das Unternehmen kann sich jedoch nicht erholen und ihm wird sogar der Rückkauf seiner Aktien seitens des Unternehmens angeboten. Er lehnt jedoch ab und kauft sich bis zur Mehrheitsbeteiligung hoch. Er beginnt wenige Jahre später die Expansion ins Versicherungsgeschäft.
- 1970erWichtige Übernahme. Mit dem Kauf von GEICO wird ein Kernunternehmen für Berkshire aufgekauft. Buffett richtet das Unternehmen bis 1985 schließlich völlig neu aus und verlässt das Textilgeschäft.
- 1978Charlie Munger wird zum Stellvertreter. Der erfahrene Investor und heutiger bester Freund von Warren Buffett wird zum stellvertretenden Vorsitzenden von Berkshire Hathaway. Er ist seitdem an der Seite von Buffett.
- 2016Kauf der Apple Aktie. In diesem Jahr begann Warren Buffett, seine Position an Apple auszubauen und hat die Aktie bis heute zum Anker des Investmentportfolios von Berkshire gemacht, mit fast 50 % Anteil.
- HeuteInvestitionsgigant. Bis heute ist Berkshire Hathaway zu einem der größten Unternehmen der USA angewachsen. Aktuell ist es auf Platz 7 der Rangliste. Berkshire hat sich in den letzten Jahren immer stärker international ausgerichtet und sucht Chancen außerhalb des US-amerikanischen Marktes.
1.2Mission: Maximum increase in intrinsic value
Berkshires Mission ist Buffetts Mission. Denn Buffett hat nach wie vor die Zügel in der Hand. Er steht an der Spitze der Berkshire Holding und hat einen Mehrheitsanteil, mit welchem er die gesamte Gesellschaft und die Tochterunternehmen kontrolliert.
Value Investing pur.Buffet fokussiert sich nur auf die qualitativ hochwertigsten Unternehmen. Deswegen hielt er sich bis jetzt auch weitgehend von der Technologiebranche entfernt. Einzig Apple macht hier eine große Ausnahme unter den wesentlichen Holdings.
Maximaler innerer Wert.Der innere Wert eines Unternehmens ist eine Schätzung dessen, was ein Unternehmen tatsächlich wert ist, basierend auf seinen zukünftigen Cashflows, Vermögenswerten und Risiken. Berkshire Hathaway zielt darauf ab, in Unternehmen zu investieren, die zu einem Preis gehandelt werden, der deutlich unter ihrem inneren Wert liegt. Dadurch soll eine Sicherheitsmarge geschaffen werden, die potenzielle Verluste bei unerwarteten Entwicklungen abfedert.
Warren Buffett und Charlie Munger sind bekannt dafür, langfristige Investoren zu sein, die Wert auf qualitativ hochwertige Unternehmen legen. Sie suchen nach Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen (Moats, zu Deutsch Burggräben), einer starken Führung und soliden Geschäftsmodellen. Ziel ist es, in Unternehmen zu investieren, die langfristig profitabel wachsen können, anstatt kurzfristigen Marktschwankungen zu folgen.
In den letzten Jahren gab es immer weniger solcher Chancen.Dadurch hat Berkshire Hathaway viel Cash angesammelt und konnte weniger investieren als geplant. Aktuell stehen die Cashreserven wieder einmal nah an einem neuen Höchststand. Dieser Trend ist seit der Finanzkrise 2008 zu beobachten.
1.3Wertesystem und Kultur: Value Investing
Buffett lernte unter dem legendären Investor Benjamin Graham. Dieser war einer der bekanntesten Vertreter des Value Investing in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gab seine Lehren an Warren Buffett weiter. Sein späterer Partner Charlie Munger folgt demselben Ansatz.
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