Bank of America Aktienanalyse: Hat die zweitgrößte US-Bank Renditepotenzial?
Aktienanalyse

Bank of America Aktienanalyse: Hat die zweitgrößte US-Bank Renditepotenzial?

Die Bank of America ist nach Einlagen das zweitgrößte Finanzinstitut der USA. Aktuell befinden sich mehr als 2,4 Billionen US-Dollar in Einlagen unter der Verwaltung der BoA. Als eine der weltweit 30 systemrelevanten Banken ist die BoA eines der Institute, welches großes Vertrauen aufgrund seiner Stabilität genießt. Dennoch hat die Aktie in der Vergangenheit schlecht abgeschnitten und brach seit Februar um 44 % ein.

Bank of America Aktie und Aktienanalyse

Hauptsitz
North Carolina, Vereinigte Staaten
Kurs
26,29 USD
Sektor
Finanzen
Marktkapitalisierung
217,22 Mrd. USD
EBIT-Marge
- 14,86 %
Dividendenrendite
3,17 %
Datum
31.03.2023

Bank of America Aktienanalyse

  • Das Vertrauen in die BoA ist trotz der Bankenkrise gewachsen.Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge verzeichnete die Bank of America in den letzten Wochen mehr als 15 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen. Das Vertrauen in die zweitgrößte Bank ist damit trotz Bankenkrise groß. Aufgrund des Status als global systemrelevante Bank sind sich Kunden besonders sicher, dass ihre Einlagen geschützt sind und im Härtefall von der amerikanischen Regierung garantiert werden.

  • Trotz des Vertrauens brach die Aktie seit Februar 2022 um 44 % ein.An keiner Bank ging der Zerfall von SVB und der Verkauf der Credit Suisse ohne weiteres vorbei. Aktien verloren über den gesamten Sektor hinweg massiv an Wert. Die Bank of America war zudem an der Finanzspritze für die First Republic Bank beteiligt und lieh der zweiten Krisenbank Kapital, was Anleger nicht gut aufnahmen.

  • Historisch outperformed BoA den KBW Bank Index (Leitindex für den Bankensektor), underperformed aber im Vergleich zum S&P 500.Zwar lief die Aktie der Bank of America in den letzten 5 Jahren besser als der Sektorbenchmark, im Vergleich zum S&P 500 underperformte die BoA jedoch signifikant über diesen Zeitraum. Langfristig betrachtet ist die Aktie weit entfernt von ihrem Allzeithoch, welches 2006 bei 54 USD pro Aktie erreicht wurde. Damit hat sich die Aktie noch nicht von der Finanzkrise 2008 erholt.

  • 2,4 Billionen US-Dollar in Assets machen die BoA zur zweitgrößten Bank der USA.Hinter JPMorgan ist das Unternehmen damit Teil des Rückgrats der globalen Finanzindustrie. Auch wenn die Bank oft als too-big-to-fail eingestuft wird, ist sie nicht gegen die zyklische Entwicklung der Branche immun. Ob sich trotz der scharfen Regulierung und der historisch schwachen Renditen eine attraktive Kaufgelegenheit bietet, prüfen wir in dieser Analyse.

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1Geschäftsmodell

1.1Unternehmensgeschichte: Konsolidiert zur zweitgrößten Bank der USA

  • 1784
    Erster Vorläufer der heutigen BoA. Mit der Massachusetts Bank wird eine der ersten öffentlich gehandelten Banken gegründet. Sie ist die älteste in einer Reihe von Vorläufern der BoA, welche ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet werden. Der Name Bank of Amerika taucht 1928 erstmalig auf. Die Bank wird jedoch bald von der Bank of Italy in San Francisco übernommen, behält jedoch den Namen. Der Gründervater der BoA ist A. P. Giannini, der Besitzer der Bank of Italy.
  • 1949
    Größte Bank der Welt. Im Todesjahr des Gründers Giannini verfügt die Bank bereits über 500 Geschäftsstellen und verwaltet 6 Milliarden US-Dollar in Assets. Das macht sie zur größten Bank der Welt.
  • 1956
    Der Bank Holding Company Act verhindert Wachstum. Die amerikanischen Regulatoren zwingen Banken dazu, Sparten, die nicht Teil des Bankwesens sind, abzuspalten. Zudem kann die BoA nicht über den Heimatstaat Kalifornien hinaus operieren und muss alle Geschäftsstellen außerhalb des Staates aufgeben. Erst 1980 wird diese regulatorische Maßnahme aufgehoben und stößt die Konsolidierung des Marktes an.
  • 1958
    Einführung der ersten Kreditkarte. Mit der Bank Americard führt die BoA die erste moderne Kreditkarte ein, welche später in Visa umbenannt wird. Damit wird ein bedeutender Grundstein für das moderne Bankensystem gelegt.
  • 1968
    Krise aufgrund gescheiterter Anleihenverkäufe. Die Bank gerät aufgrund gescheiterter Anleihenverkäufe in massive Schieflage. Der damalige CEO Sam Armacost wird gefeuert. In der Folge bricht der Aktienkurs ein und die BoA muss sich gegen feindliche Übernahmen wehren. Zur Finanzierung dieser Verteidigung verkauft das Unternehmen mehrere operative Segmente, wie beispielsweise die Vermögensverwaltung Charles Schwab.
  • 1997
    Russischer Staatsbankrott führt zur Übernahme. Aufgrund großer Verluste bei dem Handel mit russischen Staatsanleihen nach dem wirtschaftlichen Kollaps der Nation wird die Bank of America von der NationsBank übernommen. Dennoch behält der neue Konzern den Namen Bank of America bei. Zu diesem Zeitpunkt handelt es sich um einen der größten Bankenzusammenschlüsse in der Geschichte.
  • 2008
    Zentrale Rolle in der Finanzkrise. Die BoA übernimmt in der Finanzkrise in Schieflage geratene Banken, unter anderem Merrill Lynch, muss aber selbst Gelder im Rahmen des TARP-Programmes aufnehmen, um die Geschäfte am Laufen zu halten. Die Bank übersteht die Krise insgesamt gut und kann stark wachsen. In der Folge hat die Bank jedoch mit mehreren Gerichtsverfahren über nicht gemeldete Bonuszahlungen an Topbanker zu kämpfen.
  • 2015
    Rückkehr zur Wachstumsstrategie. Die Bank of America lässt die Krise hinter sich und wächst im heimischen Markt durch weitere Übernahmen. Der Fokus liegt auf kleineren Regionalbanken mit guten Bilanzen, deren Kundenstämme so leicht aquiriert werden können.
  • Heute
    Zweitgrößte Bank der USA. Mit fast 2,6 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen ist die BoA die zweitgrößte Bank der USA nach JPMorgan Chase. Die Bank profitiert stark vom Hochzinsumfeld, da sie vor allem auf das klassische Kreditgeschäft fokussiert ist.

1.2Mission: Responsible and consistent growth

We make financial lives better for our clients and our communities through the power of every connection. Our employees are at the heart of this purpose, and are key to driving responsible growth.
- Mission Bank of America

Der Kundenfokus ist für die Bank of America absolut unerlässlich.Nur durch unerschütterliches Vertrauen wird nachhaltiges und langfristiges Wachstum noch möglich sein. Die Bank ist sich ihrer besonderen Rolle im Finanzsystem bewusst und fokussiert sich auf eine verantwortungsbewusste Risikokultur. Die Bank fokussiert sich zudem zunehmend auf nachhaltige Investments und die Dekarbonisierung des Kreditportfolios.

Die Bank of America ist eine klassische Bank.Die Mission der Bank of America ist wenig überraschend. Erstaunlich ist, dass die Bank sich weiter auf den heimischen Markt konzentrieren will. Hier werden 90 % der Umsätze erwirtschaftet und die Marktdurchdringung ist bereits hoch. Die internationale Expansion scheint kein wesentlicher Fokus des Unternehmens zu sein.

Die BoA könnte eine große Chance verpassen.Die zwei direktesten Konkurrenten nach Menge der verwalteten Assets, JPMorgan Chase und Citibank, sind stärker auf den internationalen Markt ausgerichtet. JPMorgan Chase hat 77 % seiner Assets in den USA, Citibank nur 66 %. Bei der BoA hingegen sind es 95 %. Dies deutet an, dass die Konkurrenz bei der Internationalisierung bereits einen Schritt voraus ist. Langfristig könnte die BoA daher an Relevanz gegenüber der Konkurrenz verlieren.

1.3Management: Brian Moynihan ist seit 2010 CEO der BoA

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Brian Moynihan hat dreißig Jahre Erfahrung in der Branche.1993 stieg er bei Fleet Boston ein, welches später von der Bank of America aufgekauft wurde. Dort wurde er 2004 zum Leiter der Abteilung Global Wealth and Investment Management. Nach der Übernahme von Merrill Lynch wurde er zu dessen CEO ernannt bevor er schließlich den Posten an der Spitze des Konzerns von Ken Lewis 2010 übernahm. Moynihan hat einen Abschluss in Geschichte von der Brown University und einen Doktor in Rechtswissenschaften von der University of Notre Dame Law School. Moynihan ist Mitglied des Homeland Security Advisory Council, welches den amerikanischen Staatsschutz berät. Hier zeigt sich die enorme Bedeutung seiner Position und die gute Vernetzung der Bankenbranche mit Staatsorganen.

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