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Einblicke in den Kenvue-Deal: Was Johnson & Johnson-Aktionäre jetzt wissen müssen
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Einblicke in den Kenvue-Deal: Was Johnson & Johnson-Aktionäre jetzt wissen müssen

Johnson & Johnson hat schon im Mai seine Sparte für Verbrauchergesundheit als eigenständiges Unternehmen Kenvue an die Börse gebracht. Nun wird den Aktionären die Möglichkeit eines Split-Offs angeboten. Als Anteilseigner von Johnson & Johnson könntest du bereits ein Schreiben deiner Bank bekommen haben, das dich fragt, ob du Interesse daran hast, einen Teil deiner Johnson & Johnson Aktien gegen Aktien von Kenvue zu tauschen. Wir ordnen ein, ob sich der Deal für Johnson & Johnson Investoren lohnt - und ob Johnson & Johnson aktuell kaufenswert ist.

Soll man das Kenvue-Angebot bei Johnson & Johnson annehmen?

Im Wirtschaftsleben sind es oft die kleinen Umschläge, die Großes ankündigen. So erging es jüngst den Aktionären von Johnson & Johnson (JNJ), als sie Post von ihrer Bank erhielten: Ein Angebot, ihre Anteile gegen Aktien eines neuen Spielers auf dem Markt – Kenvue – zu tauschen. Ein Angebot, das für viele mehr Rätsel als Antworten bereithält. Eulerpool hat bereits im April 2023 berichtet.

Kenvue, eher bekannt als die Consumer-Health-Sparte von JNJ, repräsentiert einen beachtlichen Geschäftszweig. Mit Produkten, die von Nikotinkaugummis über Sonnencreme bis hin zu Medikamenten reichen, erzielte diese Sparte im letzten Jahr rund 15 Milliarden Dollar Umsatz und 1,5 Milliarden Gewinn. Kein Wunder, dass JNJ diesen Bereich nun in ein eigenständiges Unternehmen umwandelt.

Die ersten Schritte in Richtung Unabhängigkeit wurden bereits im Mai mit einem erfolgreichen Börsengang von Kenvue eingeleitet. Dabei wurden zunächst 10 % der Anteile verkauft, was beachtliche 4,3 Milliarden Dollar einbrachte. Die Aktienpreise, die mit 22 Dollar starteten, erlebten einen rasanten Anstieg auf 27,50 Dollar, stabilisierten sich aber später bei etwa 24,40 Dollar.

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1Das hat Johnson & Johnson jetzt vor: Kenvue unter die Aktionäre bringen

Nun steht die nächste Phase an: Johnson & Johnson möchte den Rest der Kenvue-Aktien an seine Aktionäre ausgeben. Anstatt eines erwarteten Spin-offs, bei dem Johnson & Johnson-Aktionäre automatisch Anteile an Kenvue erhalten hätten, bietet das Unternehmen nun einen Split-off an. Hier können Aktionäre selbst entscheiden, ob und wie viele ihrer Johnson & Johnson-Aktien sie gegen Kenvue-Anteile eintauschen möchten – mit einem verlockenden Rabatt von sieben Prozent.

Johnson & Johnson (JNJ) gilt als attraktive Wahl für langfristige Investoren aufgrund seines diversifizierten Geschäftsmodells, das sich auf drei Hauptbereiche verteilt: Pharmazeutika, Medizinprodukte und Konsumgüter. Diese Diversifikation ermöglicht es dem Unternehmen, Risiken effektiv zu streuen und stabil zu bleiben, selbst wenn einzelne Marktsegmente schwanken. Hinzu kommt, dass JNJ eine Reihe starker, etablierter Marken besitzt und kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert, was zu einer stetigen Pipeline von neuen Produkten und Medikamenten führt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der JNJ für langfristige Anleger attraktiv macht, ist seine beeindruckende Historie als Dividenden-Aristokrat, mit einer langen Geschichte kontinuierlich steigender Dividenden. Dies, zusammen mit einer soliden Bilanz und einem robusten finanziellen Profil, macht JNJ zu einer stabilen Investition mit potenziellem Wachstum. Die globale Präsenz des Unternehmens und sein Engagement für ethische Geschäftspraktiken und soziale Verantwortung erhöhen zusätzlich seine Attraktivität in einem zunehmend von Nachhaltigkeit geprägten Investitionsumfeld.

2Was ist der Unterschied zwischen Spin-Off und Split-Off?

Der Unterschied zwischen einem Spin-Off und einem Split-Off liegt in der Art und Weise, wie Unternehmensanteile an die Aktionäre verteilt werden. Beide sind Methoden, mit denen ein Unternehmen einen Teil seines Geschäfts in eine separate, eigenständige Einheit ausgliedert, aber sie funktionieren unterschiedlich:

Das Spin-Off

  • Bei einem Spin-Off wird eine Tochtergesellschaft oder ein Geschäftsbereich eines Unternehmens in ein neues, unabhängiges Unternehmen umgewandelt.

  • Die bestehenden Aktionäre des Mutterunternehmens erhalten Aktien der neuen, unabhängigen Gesellschaft proportional zu ihrem Anteil am Mutterunternehmen. Das heißt, wenn jemand 5% der Aktien des Mutterunternehmens besitzt, erhält er auch 5% der Aktien der neuen Gesellschaft.

  • Diese Verteilung erfolgt in der Regel ohne direkte Kosten für die Aktionäre.

  • Ein Spin-Off ist oft steuerfrei, da es keinen Verkauf oder Kauf von Aktien darstellt.

  • Das Ziel eines Spin-Offs ist es häufig, den Wert beider Unternehmen zu steigern, indem jedes Unternehmen sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann.

Das Split-Off

  • Bei einem Split-Off bietet das Mutterunternehmen seinen Aktionären die Möglichkeit, einige oder alle ihre Anteile am Mutterunternehmen gegen Aktien der abgespaltenen Einheit zu tauschen.

  • Im Gegensatz zum Spin-Off ist dieser Vorgang nicht automatisch proportional. Aktionäre wählen aktiv aus, ob sie am Tausch teilnehmen wollen.

  • Ein Split-Off kann genutzt werden, um die Beteiligung des Mutterunternehmens an der abgespaltenen Einheit zu reduzieren oder ganz aufzulösen.

  • Die steuerliche Behandlung eines Split-Offs kann komplizierter sein als die eines Spin-Offs, da der Tausch von Aktien steuerliche Konsequenzen haben kann.

  • Ein Split-Off kann auch dazu dienen, die Kapitalstruktur des Mutterunternehmens oder der neuen Gesellschaft zu optimieren.

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 DefinitionBeispiele
Spin-OffEin Spin-Off ist ein Prozess, bei dem ein Unternehmen einen Teil seiner Geschäftseinheiten oder Tochtergesellschaften in ein neues, unabhängiges Unternehmen ausgliedert, wobei die Aktionäre des Mutterunternehmens proportional zu ihren Anteilen Aktien des neuen Unternehmens erhalten.PayPal von eBay (2015), HP Inc. und Hewlett Packard Enterprise (HPE) (2015), Alcon von Novartis (2019), WarnerMedia von Time Warner (2014), Otis und Carrier von United Technologies (2020):
Split-OffEin Split-Off ist ein Prozess, bei dem ein Unternehmen einen Teil seiner Geschäftseinheiten oder Tochtergesellschaften abspaltet und die Aktionäre des Mutterunternehmens die Option haben, ihre Anteile gegen Aktien des neuen Unternehmens zu tauschen, anstatt dass diese automatisch zugeteilt werden.Abbott Laboratories und AbbVie (2013), ConocoPhillips und Phillips 66 (2012), AT&T und Liberty Media (2001), DuPont und Chemours (2015), Cadence Design Systems und Tensilica (2013)
Spin-offs und Split-offs können, wenn sie richtig gehandhabt werden, wie die Freisetzung verborgener Werte wirken; sie erlauben es den Investoren, das wahre Potenzial eines Unternehmens zu erkennen, das in einer komplexen Struktur möglicherweise verborgen war.
Michael C. Jakob

Doch ist dieses Angebot wirklich so verlockend? Es lohnt sich, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Zunächst die steuerliche Perspektive: Für deutsche Privatanleger könnte die steuerliche Behandlung eines solchen Split-offs kompliziert werden. In der Vergangenheit gab es bei US-Abspaltungen für deutsche Aktionäre immer wieder steuerliche Verwirrung und Komplexität. Es besteht die Befürchtung, dass das Finanzamt den Umtausch als Verkauf und Neuanschaffung interpretieren könnte, was zu steuerlichen Nachteilen führen könnte.

Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Attraktivität von Kenvue als Anlage. Trotz eines versprochenen Wachstums bleibt das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt. Mit einem Umsatzwachstum von nur 4,3 Prozent von 2019 bis 2022 und stagnierenden Gewinnen wirkt Kenvue im Vergleich zu Konkurrenten wie GlaxoSmithKline’s Haleon oder Reckitt Benckiser weniger attraktiv.

Daher neige ich dazu, den Kenvue-Tausch abzulehnen und JNJ-Aktionär zu bleiben. Trotz der Herausforderungen, insbesondere der rechtlichen Auseinandersetzungen um Produkte wie Babypuder, bietet Johnson & Johnson als größter Healthcare-Konzern der Welt nach wie vor eine starke Dividendenrendite, eine solide Bilanz und attraktive Wachstumspotenziale in den Bereichen Pharma und Medizintechnik.

In einem Markt, der von Unsicherheiten und Herausforderungen geprägt ist, scheint die Treue zu einem etablierten und vielseitigen Giganten wie Johnson & Johnson die sicherere Wahl zu sein. Der Kenvue-Deal mag auf den ersten Blick verlockend erscheinen, doch bei genauer Betrachtung offenbaren sich die Risiken, die mit einem solchen Tausch verbunden sind.

3Der abrundende Blick auf Johnson & Johnson

AlleAktien Qualitätsscore von Johnson & Johnson
Auch im Hinblick auf die Bewertung ist Johnson & Johnson derzeit knapp 25 % unterbewertet - und damit als Qualitätsunternehmen für uns eine besonders kaufenswerte Aktie, fast ganz unabhängig vom Kenvue Deal. Im Gegenteil: Johnson & Johnson will die Bilanz aufwerten und die Geschäfte klar trennen. Das schafft in der Regel Mehrwerte (z.B., durch höhere Multiples) für die Shareholder.
Michael C. Jakob

Johnson & Johnson (JNJ) gilt als attraktive Wahl für langfristige Investoren aufgrund seines diversifizierten Geschäftsmodells, das sich auf drei Hauptbereiche verteilt: Pharmazeutika, Medizinprodukte und Konsumgüter. Diese Diversifikation ermöglicht es dem Unternehmen, Risiken effektiv zu streuen und stabil zu bleiben, selbst wenn einzelne Marktsegmente schwanken. Hinzu kommt, dass JNJ eine Reihe starker, etablierter Marken besitzt und kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert, was zu einer stetigen Pipeline von neuen Produkten und Medikamenten führt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der JNJ für langfristige Anleger attraktiv macht, ist seine beeindruckende Historie als Dividenden-Aristokrat, mit einer langen Geschichte kontinuierlich steigender Dividenden. Dies, zusammen mit einer soliden Bilanz und einem robusten finanziellen Profil, macht JNJ zu einer stabilen Investition mit potenziellem Wachstum. Die globale Präsenz des Unternehmens und sein Engagement für ethische Geschäftspraktiken und soziale Verantwortung erhöhen zusätzlich seine Attraktivität in einem zunehmend von Nachhaltigkeit geprägten Investitionsumfeld.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen.

Literaturverzeichnis

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