Microsoft ist ein Unternehmen, das langfristig enorme Werte für die Aktionäre erwirtschaftet. Viele Anleger haben Angst, sich in Aktien einzukaufen, die bereits deutlich zugelegt haben. Dabei ist ein langfristig steigender Aktienkurs sogar ein Qualitätsindikator: Das Unternehmen wurde wertvoller. Oftmals setzt sich dieser Trend fort. Denn der Chart ist immer nur ein Abbild der operativen Entwicklung. Microsoft hat nach einigen Jahren mit geringeren Wachstumsraten in den letzten Quartalen richtig Fahrt aufgenommen. Die Umsätze wachsen derzeit mit 20%, die Gewinne mit 30%. Angesichts dieser Wachstumsraten dürfte es unserer Meinung nach nur eine Frage der Zeit sein, bis der Aktienkurs seinen Anstieg fortsetzen wird. Bildquelle: Ariva.de
Auch in den letzten 12 Monaten hat der Aktienkurs kontinuierlich zugelegt. Damit konnte sich Microsoft dem Ausverkauf vieler Techwerte entziehen. Schade für uns, denn ich hätte die Aktie gerne noch günstiger erworben. Anderseits auch ein Qualitätsmerkmal. Microsoft ist kein Unternehmen, das von der konjunkturellen Entwicklung oder den Zöllen zwischen den USA und China betroffen ist. Auch ein Zinsanstieg macht dem Unternehmen angesichts einer Cashposition von 61 Mrd. USD und einer schuldenfreien Bilanz nichts aus. Ganz im Gegenteil: Jeder Prozentpunkt Zinsanstieg erhöht den Unternehmensgewinn durch zusätzlich vereinnahmte Zinsen auf die Liquidität um 610 Mio. USD pro Jahr. Bildquelle: Ariva.de
Warum ausgerechnet Microsoft?
Im Finanzielle Freiheit Depot haben wir uns das Ziel gesetzt, eine jährliche Rendite von mindestens 8,5% zu erzielen. Dabei wollen wir keine allzu großen Risiken eingehen. Die US-Wirtschaft wächst nun bereits seit neun Jahren am Stück. Im historischen Durchschnitt kam es alle sieben Jahre zu einer Rezession. Auch wenn die weltweiten Wirtschaftsaussichten nach wie vor gut sind, so möchten wir unser Depot doch bereits auf eine Zeit geringeren Wirtschaftswachstums vorbereiten.
Im Oktober 2018 habe ich daher einen eigenen Artikel mit vier wichtigen Kriterien zur aktuellen Anlagestrategie geschrieben. Diese vier Kriterien helfen uns dabei, die Risiken unserer Investitionen deutlich abzusenken.
- Nichtzyklische Aktien kaufen, denn diese erwirtschaften auch in konjunkturell schwierigen Zeiten weiterhin attraktive Gewinne.
- Anteil an US-Aktien erhöhen, denn die strukturellen Probleme sind in den USA deutlich geringer. Außerdem ist die Wirtschaft größtenteils eine unabhängige Binnenwirtschaft.
- Auf eine geringe Verschuldung achten, denn steigende Zinsen und rückläufige Gewinne können sonst schnell zur Gefahr werden.
- Den Anteil an Nebenwerten im Depot gering halten.
Microsoft erfüllt alle diese vier Kriterien. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Unternehmen in einer Wirtschaftskrise beginnen werden, die Office-Pakete ihrer Mitarbeiter zu kündigen. Denn die daraus hervorgehende Produktivitätssteigerung übertrifft die Kosten von ca. 10 USD/Monat um ein Vielfaches. Doch nicht nur diese "notwendigen" Kriterien sprechen für eine Investition in Microsoft. Das Unternehmen ist eine wunderbare und chancenreiche Ergänzung für unser Depot:
- Microsoft ist als weltgrößter Softwarehersteller perfekt aufgestellt, um von den Chancen der Digitalisierung und damit einhergehender Technologien zu profitieren.
- Das Unternehmen hat zuletzt enorm Fahrt aufgenommen. Das Umsatzwachstum liegt aktuell bei 20%, das Gewinnwachstum gar bei 30%.
- Das ist auf eine Vielzahl von äußerst interessanten Trends zurückzuführen, von denen Microsoft mit passenden Produkten profitieren kann: Das Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Anbieter von Cloud-Dienstleistungen. Die Gamingsparte mit der eigenen Konsole Xbox bietet enorme Chancen im E-Sports-Bereich. Die Umstellung auf monatliche Lizenzgebühren anstelle des einmaligen Verkaufs der Software führt zu massiv steigenden Umsätzen und Gewinnen. Außerdem befindet sich das Unternehmen in einer sehr guten Ausgangsposition, um vom Megatrend der künstlichen Intelligenz zu profitieren.
- Aufgrund dieser hervorragenden und gleichzeitig diversifizierten Positionierung in den zahlreichen Wachstumsmärkten rechnen wir damit, dass die gute Unternehmensentwicklung anhalten wird.
Ist die Bewertung der Aktie nicht viel zu hoch?
Wir haben für die Microsoft-Aktie 95,50 EUR bzw. 108 USD bezahlt. Das ist natürlich deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Aber diese Überlegung ist nicht relevant. Entscheidend ist, wie es zukünftig weitergehen dürfte.
Im Jahr 2019 dürfte Microsoft einen Gewinn je Aktie von ca. 4,50 USD erwirtschaften. Wir haben also exakt den 24-fachen Jahresgewinn (KGV) bezahlt. Das klingt im ersten Moment teuer. Ist es aber nicht:
- Würde sich Microsoft dazu entschließen, zwei operative Jahresgewinne als Finanzverbindlichkeiten aufzunehmen (82 Mrd. USD) und diese mitsamt des Cashbergs von 61 Mrd. USD an die Aktionäre in Form einer Dividende auszuschütten, dann würde jeder Aktionär auf einen Schlag 18 USD als Sonderdividende erhalten. Bereinigt man das Microsoft-KGV also um die äußerst solide Bilanzstruktur und legt eine übliche Verschuldung zugrunde, dann haben wir nur den 20-fachen Jahresgewinn (108-18 USD=90 USD) bezahlt.
- Das ist deutlich weniger als das viel langsamer wachsende Unternehmen McDonald's, das sogar mit drei Jahresgewinnen verschuldet ist und trotz einer Wachstumsrate von ca. 5% mit dem 23-fachen Gewinn für das Jahr 2019 bewertet wird. Im Verhältnis zu anderen Branchen und anderen Unternehmen ist Microsoft einfach viel zu billig. Die Free Cash Flow-Rendite liegt höher als bei Unilever, obwohl Microsoft aktuell ein Umsatzwachstum von 20% aufweist und Unilever nur von 2-3%.
- Sofern es dem Unternehmen gelingt, in den nächsten Jahren eine Gewinnwachstumsrate von 15% und mehr zu erreichen, so "muss" der Aktienkurs auch um mindestens 15% jährlich ansteigen, solange sich die Bewertung nicht verändert.
- Darüber hinaus ist Microsoft eine riesige Cash-Maschine: Der Free Cash Flow dürfte 2019 rund 36 Mrd. USD (!) erreichen. Das kommt auf den eh schon gigantischen Cashberg von 61 Mrd. USD obendrauf. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Microsoft die nächste größere Akquisition verkündet oder die Aktienrückkäufe und Dividenden hochfährt.
Fazit zum Kauf im November
Wir fühlen uns mit dem Kauf sehr wohl. Microsoft erfüllt alle unsere Vorsichtskriterien. Gleichzeitig sind die Chancen gewaltig. Die Aktie hat kaum verloren, obwohl es an den Aktienmärkten bergab ging. Wir werten das als Zeichen der Stärke. Wir wären natürlich lieber noch günstiger eingestiegen, aber sichern uns im November den ersten Anteil an diesem Qualitätsunternehmen. Sollte die Aktie in den nächsten Monaten entgegen unserer Erwartung deutlich abgeben, so würden wir gerne aufstocken.
Um den Kauf in einem Satz zu erklären: Wir erwerben ein Qualitätsunternehmen mit einer besonders stabilen Bilanz und Ertragsbasis zu einem fairen Preis, obwohl die Wachstumsaussichten äußerst positiv sind.

Eine monatliche Einzahlung von 1.000 EUR, die jährlich um die Inflationsentwicklung angepasst wird (wir rechnen im Modell mit 1,5% Inflation), und 8,5% jährliche Rendite nach Steuern führen uns in 25 Jahren zu einem Vermögen von über einer Million EUR. Angepasst um Inflationseffekte erreichen wir ein kaufkraftbereinigtes Vermögen von einer Million EUR nach 30 Jahren.
Bei 3% Dividendenrendite im Depot dürften wir nach 25 Jahren über 30.000 EUR an jährlichen Dividenden erreichen.
30 Jahre sind eine lange Zeit. Betrachten wir die Soll-Vermögensentwicklung der nächsten 10 Jahre. In den ersten Jahren dürfte sich das eingezahlte Vermögen kaum vom tatsächlichen Vermögen unterscheiden. Es dauert, bis der Zinseszinseffekt wirkt. Dennoch ist es wichtig, sofort anzufangen. Denn wer später anfängt, dem entgehen die großen Vermögenszuwächse in den letzten Jahren. Je früher man anfängt, desto früher kommt man in den Genuss der großen Vermögenszuwächse.
2027 rechnen wir bereits mit Dividenden von mehr als 5.000 EUR pro Jahr. Genug, um jedes Jahr einige schöne Urlaube zu finanzieren.
Der Blick auf die Soll-Entwicklung der nächsten 10 bzw. 30 Jahre ist zwar schön. Entscheidend ist aber, in welche Richtung wir uns tatsächlich bewegen. Mit einem aktuellen Vermögensstand von ca. 4.650 EUR befinden wir uns knapp unter dem Soll-Wert von 5.000 EUR im Oktober 2018. Die leichten Kursrückgänge an den Börsen machen sich auch in unserem Depot bemerkbar. Es wird künftig immer wieder zu deutlichen Abweichungen vom Soll-Pfad kommen. Sowohl nach unten, als auch nach oben. Der Grund dafür: Kurzfristig lassen sich Aktienkurse nicht vorhersagen. Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die Aktienkurse kurzfristig beeinflussen. Langfristig folgen sie aber der Entwicklung der Unternehmen. Steigt der Wert eines Unternehmens an, wird eines Tages auch der Aktienkurs folgen.
Wir haben mit Kion, Innogy und Microsoft nun drei Dividendenzahler im Depot. Microsoft schüttet zudem alle drei Monate eine Dividende aus. Kion und Innogy haben ihre Dividende in 2018 schon ausgezahlt. Daher werden wir die Soll-Dividendenentwicklung in 2018 unterschreiten. 2019 dürfte es aber zu den ersten Dividendenzahlungen kommen, sodass wir in einzelnen Monaten bereits deutlich über 1.000 EUR in den Kauf der jeweiligen neuen Aktie investieren können werden. Das wird unseren Vermögenszuwachs entsprechend beschleunigen. In 2019 rechne ich bereits mit einigen hundert Euro an Dividenden.
Wie erwartet, ist der Großteil der Mittel investiert. Am 19. November 2018 befinden sich 44,30 EUR in der Kasse.
Wir haben nun vier Aktien im Depot. Alle Unternehmen sind in unterschiedlichen Branchen tätig. Der Anteil an US-Aktien liegt nun bei über 60% des Depotwertes. Damit konnten wir die Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung in Europa deutlich reduzieren. Mit Ausnahme von Alphabet zahlen alle Unternehmen eine Dividende aus. In 2019 dürfte es mit den Dividenden losgehen. Der Verlust von 7% gegenüber dem Kaufwert ist zwar nicht schön anzusehen, für die langfristige Wertentwicklung ist er aber völlig unbedeutend. Unsere Unternehmen wachsen weiter. Durch die günstigeren Kurse bekommen wir einen größeren Unternehmensanteil für das gleiche Geld. Die 7% Kursrückgang im Depot können sich gegenüber 17% Kursrückgang im DAX zudem mehr als sehen lassen.