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1. Kauf im Finanzielle Freiheit Depot: Wir kaufen diese Aktie mit hohem Potential!
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1. Kauf im Finanzielle Freiheit Depot: Wir kaufen diese Aktie mit hohem Potential!

1Zusammenfassung

Aktienkauf KION Group AG
WKN KGX888
Preis 65,00 EUR
Ausstehende Aktien 118,09 Mio.
Marktkapitalisierung 7.675 Mio. EUR
Nettoverschuldung 2.095 Mio. EUR
Enterprise Value 9.770 Mio. EUR
Datum 03.07.2018
Kauf am Kauflimit 65 EUR seit 03.07., 20 Uhr aktiv
Kaufkurs unter 65,00 EUR
geplante Stücke 15
geplantes Volumen 975 EUR
verfügbarer Betrag 1.000 EUR
übriger Betrag 20 EUR (nach Transaktionskosten)
Kauf weil
  • starkes Wachstum (Industrie 4.0)
  • hohe Ertragskraft (Gewinn=FCF)
  • niedrige Bewertung (KGV<15)
  • mögliche Übernahme durch Chinesen

2Überblick: KION Group AG profitiert von der Industrie 4.0 und vom E-Commerce-Boom

  • Die KION Group AG stellt Gabelstapler, Lagertechnik und Lieferkettenlösungen her. Was im ersten Moment gähnend langweilig klingt, ist hochspannend. Durch das weltweite Wirtschaftswachstum, v.a. aber durch den E-Commerce-Boom werden immer mehr Lagerhäuser benötigt. Die Ware in den Lagern von Amazon & Co. muss bewegt werden, hier kommt Kion ins Spiel: Die von Kion hergestellten Fahrzeuge und Lösungen für den Intralogistikbereich (also den Bereich der Logistik, der auf den Werksgeländen von Unternehmen stattfindet) werden von Jahr zu Jahr stärker nachgefragt.

  • Besonders großes Potential besteht in der Automatisierung von Warenlagern. Dadurch können Logistikprozesse noch günstiger, schneller und zuverlässiger erfolgen. KION ist Weltmarktführer in der Automatisierung von Warenlagern und stellt neben Lagerfahrzeugen gesamte Lagersysteme mit Software her.

  • Diese beiden nachhaltigen Wachstumstreiber sorgen für ein anhaltend starkes Umsatz- und Gewinnwachstum der KION Group.

  • Die Ertragskraft des Unternehmens ist beeindruckend hoch. Nahezu der gesamte Gewinn verbleibt als Free Cash Flow in den Kassen und erhöht den Wert für die Aktionäre.

  • Die Bewertung ist mit einem KGV von etwa 15 sehr niedrig, v.a. bei Betrachtung der Wachstumsperspektiven über die nächsten Jahre.

  • Der chinesische Großaktionär "Weichai Power" (ein Staatsunternehmen der chinesischen Volksrepublik) stockt seit seinem Einstieg im Jahr 2012 den Anteil immer weiter auf. Im Jahr 2017 erhöhte das Unternehmen seinen Anteil auf 43% der Aktien und verpflichtete sich, bis Juni 2018 nicht weiter aufzustocken. Während meiner Analyse gab Weichai zwei Tage nach Ende des "Standstill Agreement" bekannt, den Anteil bereits auf über 45% aufgestockt zu haben. Ich rechne fest mit einer baldigen Übernahme des gesamten Unternehmens, weil das Know-How in der Automatisierung von Logistikprozessen für die chinesische Wirtschaft von enormem strategischen Wert ist. Daher besteht eine realistische Chance auf einen zügigen Anstieg des Aktienkurses durch ein eventuell erfolgendes Übernahmeangebot. Auch ohne Übernahmeangebot halte ich den Aktienkurs für klar unterbewertet und werde deshalb Kion-Aktien im Finanzielle Freiheit Depot kaufen.

Die Analyse ist in 4 Teile strukturiert:

  1. Geschäftsmodell

  2. Bewertung

  3. Risiken

  4. Fazit

3Geschäftsmodell: Die KION Group ist ein weltweit führender Anbieter von Logistiklösungen

Kion produziert u.a. Gabelstapler der Marke Still. Bildquelle: KION Group AG.

Unter dem Motto "We keep the world moving" positioniert sich die KION Group als weltweit führender Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und damit verbundenen Dienstleistungen sowie Lieferkettenlösungen.

In mehr als 100 Ländern optimiert die KION Group mit ihren Logistiklösungen den Material- und Informationsfluss in Fabriken, Lagerhäusern und Vertriebszentren. Der Konzern ist in Europa der größte Hersteller von Flurförderzeugen (darunter fallen z.B. Gabelstapler), weltweit die Nummer zwei und zudem führender Anbieter von Automatisierungstechnologie.

Weltweit sind mehr als 1,3 Millionen Flurförderzeuge und über 6.000 installierte Systeme der KION Group bei Kunden aller Branchen im Einsatz.

Kion ist im Material-Handling-Markt aktiv. Dieser Markt umfasst Gabelstapler, Lagertechnik und Supply-Chain-Lösungen. In den zurückliegenden fünf Jahren hat dieser Markt mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von über sechs Prozent das globale Wirtschaftswachstum klar übertroffen.

Wesentliche übergeordnete Wachstumstreiber sind:

  • das Wachstum der Weltwirtschaft,

  • die Globalisierung der Weltwirtschaft,

  • zusätzliche Transportleistungen zwischen den immer stärker fragmentierten Wertschöpfungs- und Lieferketten,

  • das starke Wachstum des E-Commerce,

  • der verstärkte Einsatz elektrisch angetriebener Flurförderzeuge

  • und ein immer höherer Automatisierungsgrad der Logistikbranche.

Die rechte Grafik zeigt die Anzahl an Gabelstaplern pro Million Einwohner eines Landes. Die Zahl der Gabelstapler muss in Indien noch um den Faktor 80 ansteigen, um westeuropäische Niveaus zu erreichen. Es besteht langfristig noch ein großes Wachstumspotential. Bildquelle: KION Group AG Investor Relations Präsentation vom April 2018.

Der Gesamtmarkt ist zyklischen Schwankungen unterworfen. Daher stellen die konjunkturelle Entwicklung in den jeweiligen Regionen und die Wachstumsraten des Welthandels wesentliche Einflussfaktoren für die Investitionsbereitschaft der Kunden dar. Das Neugeschäft, also der Verkauf von Neufahrzeugen ist sehr zyklisch. Der Verkauf von Logistiklösungen, wie kompletten, vollautomatischen Lagersystemen, ist wegen der langen Projektlaufzeiten bereits weitaus weniger zyklisch. Die im Anschluss an den Verkauf von Produkten erfolgenden Wartungsumsätze sind dagegen sehr stabil.

Die Abnehmerbranchen von Kion sind hauptsächlich:

  • das produzierende Gewerbe,

  • die Nahrungsmittelindustrie,

  • der allgemeine Waren- sowie der Lebensmittelhandel,

  • die Logistikdienstleister

  • und der E-Commerce, der die stärksten Wachstumsraten aufweist.

Kion hat sein Geschäft auf die zwei Segmente "Industrial Trucks & Services" und "Supply Chain Solutions" aufgeteilt. In 2017 hat das Unternehmen einen Umsatz von 7.653 Mio. EUR und einen operativen Gewinn (EBIT) von 765 Mio. EUR erzielt.

Einfacher Handhubwagen von Kion. Bildquelle: KION Group AG.

Das Segment Industrial Trucks & Services umfasst Gabelstapler, Lagertechnik und verbundene Dienstleistungen einschließlich unterstützender Finanzdienstleistungen. Das Segment setzt auf eine Mehrmarkenstrategie mit den drei internationalen Marken Linde, STILL und Baoli sowie den drei regionalen Marken Fenwick, OM STILL und OM Voltas.

Zu den wesentlichen Produkten des Segments gehören:

  • Gegengewichtsstapler mit Elektroantrieb

  • Gegengewichtsstapler mit Verbrennungsmotor

  • Lagertechnik: Aufsitz-Flurförderzeuge

  • Lagertechnik: handgeführte Flurförderzeuge

  • Zugmaschinen

  • Automatisierte und autonome Fahrzeuge

Das Geschäftsmodell erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungkette. Produktentwicklung, Produktion, Vertrieb und Servicegeschäft, Miet- und Gebrauchtfahrzeuggeschäft, Flottenmanagement sowie Finanzdienstleistungen zur Unterstützung des operativen Geschäfts mit Flurförderzeugen werden den Kunden aus einer Hand angeboten.

Hochregalstapler der KION Group AG. Bildquelle: KION Group AG.

Das Segment greift auf ein dichtes Vertriebs- und Servicenetz mit rund 1.400 Stützpunkten in mehr als 100 Ländern mit etwa 17.800 Servicemitarbeitern zurück. Etwas weniger als die Hälfte werden von der KION Group beschäftigt, ansonsten greifen die operativen Einheiten auf externe Händler zurück.

Die weltweite Fahrzeugflotte, die zum Jahresende 2017 mehr als 1,3 Mio. Flurförderzeuge umfasste, stellt eine stabile Basis für das Geschäft mit Ersatzteilen, Wartung und Reparatur dar. Das Servicegeschäft einschließlich der Finanzdienstleistungen stabilisiert den Segmentumsatz und verringert die Abhängigkeit von Marktzyklen. Zugleich vertieft das Dienstleistungsgeschäft die Kundenbeziehung und hilft so beim Absatz von Neufahrzeugen. Vor allem Premiumprodukte werden mit umfangreichen ergänzenden Dienstleistungen angeboten. Allerdings nimmt der Serviceanteil auch in den anderen Preissegmenten stetig zu.

Dazu kommen Einzelaufträge für Reparatur- und Wartungsarbeiten sowie Ersatzteillieferungen.Zudem werden darüber hinaus komplette Kundenflotten betreut. Eine spezielle Software überwacht dabei den Bestand an Fahrzeugen und ermöglicht den Kunden ein effizientes Flottenmanagement.

Um Auslastungsspitzen abzudecken und Kunden auch nach Ablauf von Leasingverträgen zu betreuen, betreiben die operativen Einheiten ferner ein umfangreiches Geschäft mit Miet- und Gebrauchtfahrzeugen.

Finanzdienstleistungen unterstützen das Neufahrzeuggeschäft und bilden eine weitere Grundlage für das Dienstleistungsgeschäft. Etwa jedes zweite Neufahrzeug wird entweder über die KION Group selbst oder über externe Banken und Finanzierungspartner finanziert. Das Angebot von Finanzdienstleistungen ist daher Teil des Verkaufsprozesses der Fahrzeuge. Endkundenfinanzierungen sind in der Regel mit einem Servicevertrag über die Gesamtlaufzeit der Finanzierung verbunden.

Der Weltmarkt für Flurförderzeuge hat in den zurückliegenden Jahren um etwa vier bis fünf Prozent jährlich zugelegt. Das Volumenwachstum im Neufahrzeuggeschäft sowie der insgesamt wachsende Beitrag des Servicegeschäfts haben gleichermaßen dazu beigetragen. Fahrerlose Transportlösungen werden durch die Automatisierung von Lagertechnikgeräten für Kunden zunehmend attraktiv.

Das obere Preissegment profitiert laut Kion nach wie vor von steigenden Kundenanforderungen an Qualität, Effizienz und Umweltfreundlichkeit von Flurförderzeugen wie auch steigenden Anforderungen an Service, Ersatzteilverfügbarkeit oder flexible Mietlösungen. Gleichzeitig steigt der globale Wettbewerbsdruck, da im Economy-Segment beheimatete Hersteller aus Schwellenländern eine internationale Expansionsstrategie verfolgen. In den reifen Märkten führt der große Bestand an Fahrzeugen zu einem entsprechend hohen Ersatzbedarf und einer steigenden Nachfrage nach Serviceleistungen.

Das Segment Supply Chain Solutions umfasstintegrierte Technologie- und Softwarelösungen zur Optimierung von Lieferketten. Entlang des Materialflusses der Kunden werden manuelle und automatisierte Lösungen für sämtliche betriebliche Funktionen bereitgestellt, die von der Warenannahme über Lagersysteme und die Kommissionierung bis hin zur Verpackung reichen. Das Segment Supply Chain Solutions besteht aus der Marke Dematic.

Hochautomatisertes Warenlager. Bildquelle: KION Group AG.

Zu den wesentlichen Produkten des Segments zählen:

  • Fließbandsysteme

  • Sortiersysteme

  • Lagersysteme

  • Kommissioniersysteme

  • Palettiersysteme

Das Segment ist vorzugsweise im kundenspezifischen, längerfristigen Projektgeschäft tätig. Mit seinen zehn Produktionsstandorten weltweit sowie regional verfügbaren Expertenteams ist Dematic in der Lage, in allen Teilen der Welt Logistiklösungen zu planen und umzusetzen. Der Großteil dieses Segments entstammt einer Übernahme. 2016 hat die KION Group den US-amerikanischen Anbieter Dematic für 3,2 Mrd. USD übernommen. Anschließend wurde das eigene Geschäft mit Automatisierungslösungen in die Dematic-Group eingebracht. Kion verfolgt in diesem Segment daher eine Einmarkenstrategie.

Der Markt für Supply Chain Solutions wuchs in den zurückliegenden fünf Jahren nach Einschätzung der KION Group doppelt so schnell wie der Markt für Flurförderzeuge.

Einen starken Einfluss auf die Nachfrage nach Lieferkettenlösungen, Lagerautomatisierungen und Lösungen für Sortierung und automatisiertem Warentransport, hat das Wachstum des E-Commerce. Nach Marktanalysen der Ecommerce Foundation ist der globale Onlinehandel (B2C) von 2013 bis 2017 mit einer durchschnittlichen Rate von rund 15 Prozent gewachsen. Steigende Komplexität, Kostendruck und sich ändernde Kundenerwartungen erfordern schnellere Durchlaufzeiten, effizientere Warenströme, mehr Artikelvielfalt und Prozesssicherheit. Dies führt zu einem wachsenden Bedarf an dezentralisierten Lager- und Logistikkapazitäten, die die Liefergeschwindigkeit erhöhen und durch automatisierte Prozesse den Personalaufwand sowie den Platzbedarf gering halten.

Überblick über die Strategie 2027 der KION Group AG. Zentrales Ziel des Unternehmens ist ein nachhaltiges, profitables Wachstum. Das Wachstum soll über dem Marktwachstum sein. Die Profitabilität soll höher als bei jedem Wettbewerber sein. Dieses Ziel hat Kion bereits erreicht. Kion will außerdem in jeder Phase des Marktzyklus profitabel bleiben. Entsprechende Kostensenkungsmaßnahmen werden permanent umgesetzt. Die Aktionäre sollen attraktive Renditen erhalten. Bildquelle: KION Group AG Investor Relations Präsentation vom April 2018.

Um die Ziele der Strategie 2027 zu erreichen, fokussiert sich die KION Group auf fünf strategische Handlungsfelder. Den Kunden sollen zunehmend mehr digitale Lösungen angeboten werden. Der Automatisierungsgrad der Produkte wird weiter zunehmen. Die Produkte werden stetig weiterentwickelt, um sie noch besser zu machen. Innovationen sollen beschleunigt werden und der Energieverbrauch sowohl bei der Produktion als auch im Betrieb abgesenkt werden. Bildquelle: KION Group AG Investor Relations Präsentation vom April 2018.

Kion war bis 2006 Teil der im DAX notierten Linde AG. Diese hat sich damals im Zuge einer Umstrukturierung von Kion getrennt und Kion an die Finanzinvestoren Goldman Sachs und KKR verkauft. Diese haben Kion nach der hohen Kunst der Wertmaximierung geführt. Ich bin mir sicher, dass jede Kostenposition mehrmals genau untersucht wurde. 2012 verkauften Goldman Sachs und KKR ein Viertel der damaligen Kion Group GmbH an das chinesische Unternehmen Weichai. 2013 erfolgte dann über einen Börsengang der schrittweise Ausstieg der Finanzinvestoren.

Noch heute ist das Steuerungssystem der KION Group sehr aktionärsfreundlich. Kion wird vom Management anhand der fünf folgenden Steuerungsgrößen geführt:

  • Auftragseingänge und Umsatzerlöse: Der Auftragseingang ist ein Frühindikator für die künftige Umsatzentwicklung. Sobald der Auftragseingang nach unten oder oben abweicht, kann reagiert werden.

  • EBIT bereinigt: Zentrale Größe für die operative Steuerung und die Analyse der Ertragslage ist das bereinigte EBIT. Es entspricht dem Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT), jedoch ohne Berücksichtigung von Einmal- und Sondereffekten.

  • Free Cashflow: Der Free Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Steuerung von Verschuldungsgrad und Liquidität. Er wird durch das operative Geschäft und die Investitionstätigkeit der KION Group beeinflusst. Zinsen aus der Finanzierungstätigkeit werden nicht im Free Cashflow berücksichtigt.

  • ROCE: Die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) ist eine weitere bedeutsame Steuerungskennzahl. Sie errechnet sich als Verhältnis von bereinigtem EBIT zum eingesetzten Kapital. Der ROCE wird jährlich ermittelt.

Kion steuert sein Geschäft meiner Meinung nach sehr vorbildlich.

Kion wird bereits seit 2007 von Gordon Riske gesteuert. Bildquelle: KION Group AG.

Gordon Riske wurde 1957 in Detroit (USA) geboren. Er studierte "Electrical Engineering" und besitzt darüber hinaus einen Bachelor und einen MBA-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre.

Beruflich startete Riske in den USA als Elektroingenieur. Er wechselte dann zu KUKA in den Bau von Robotern. Bei KUKA ist Riske aufgestiegen und so ins Management nach Deutschland gekommen. Nach einer weiteren Station bei Deutz wechselte Riske final zu Kion.

Die berufliche Expertise des Managers ist mit Sicherheit herausragend. Durch seine Stationen beim Roboterhersteller KUKA kam Riske früh in den Kontakt mit dem unglaublichen Potential der Automatisierung von Prozessen. Er führt Kion bereits seit 10 Jahren erfolgreich und entwickelt das Unternehmen stetig weiter.

Doch Riske ist mehr als nur ein Manager: Im Oktober 2017 kaufte er nach einem Kursrückgang der Kion-Aktie für eine halbe Million Euro Kion-Aktien zu einem Kurs von 65 EUR. Wenn ein Manager mit derartigem Einblick in das Unternehmen sich zu diesem Schritt entschließt, ist das fast immer ein hervorragendes Zeichen.


Die Aktionärsstruktur der KION Group AG zum 31.12.2017. Der chinesische Großaktionär "Weichai Power" hält 43,3% der Aktien. Bildquelle: KION Group AG Geschäftsbericht 2017.

Die Aktionärsstruktur der KION Group AG ist hochspannend. Spannend deshalb, weil Kion meiner Meinung nach demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit übernommen werden könnte. Kommt es tatsächlich zu einer Übernahme, wird der Aktienkurs massiv anziehen.

Der chinesische Großaktionär Weichai Power ist ein Staatsunternehmen der chinesischen Volksrepublik. Damit man die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme besser verstehen kann, muss man die Chinesen besser kennenlernen. Eines vorab: ich bin definitiv kein China-Experte. Aber ein bisschen Wissen habe ich dennoch. Aktuell befinde ich mich in einem MBA-Studium der Fachrichtung Management & Finance. Einer der Schwerpunkte meines Studiums ist die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen. Unsere gesamte Studiengruppe ist daher im Herbst 2017 nach China gereist, damit wir eigene Eindrücke sammeln konnten. Wir haben zahlreiche Städte, Unternehmen, Banken aber auch Regierungsmitglieder besucht.

Überrascht hat mich damals v.a. das langfristige, kalkulierte Denken und Handeln der Chinesen. Uns wurden langfristige Pläne vorgestellt, mit denen China zur mit Abstand führenden Wirtschaftsnation der Welt heranwachsen soll. Ein Teil dieser Pläne besteht darin, strategisch wichtiges Know-How aus dem Ausland zuzukaufen und die Technologie im Anschluss in ganz China zu implementieren, um das Produktivitäts- und Wirtschaftswachstum nachhaltig zu erhöhen.

Strategisch wichtig sind für die Chinesen Gebiete wie die elektrische Automobilindustrie, der Erneuerbare-Energien-Sektor, aber eben auch die Automatisierung der Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund können wir auch die Übernahme des Roboterherstellers KUKA einordnen. Da Kion ebenfalls Automatisierungslösungen (z.B. vollautomatische Warenlager) anbietet, ist Kion für die Chinesen von enormem strategischen Wert.

Bereits 2012 stieg Weichai mit 25% bei Kion ein und baute den Anteil im Laufe der Jahre immer weiter aus. 2016 und 2017 zog Weichai bei den beiden Kapitalerhöhungen der Kion Group AG voll mit und nutzte die Gelegenheit, seinen Anteil weiter auszubauen. Gleichzeitig verpflichtete sich Weichai damals im Rahmen eines sogenannten "Standstill-Agreement", den Anteil bis Juni 2018 nicht weiter auszubauen.

Obwohl der CEO von Kion, Gordon Riske, noch 2017 keinen Grund für einen weiteren Ausbau des Aktienanteils gesehen hat, nutzen die Chinesen das Ende des Standstill-Agreements sofort aus. Während der Erstellung dieser Aktienanalyse am 2. und 3. Juli hat Weichai bekanntgegeben, den Anteil an der KION Group auf über 45% ausgebaut zu haben.

Angesichts des permanenten Ausbaus des Aktienanteils besteht meiner persönlichen Meinung nach nicht die Frage, ob Kion übernommen werden wird, sondern wann Kion übernommen werden wird. Ordnet man Kion den strategischen Know-How-Feldern der Chinesen zu, ergibt die Übernahme aus Sicht der Chinesen plötzlich Sinn. Nach einer Übernahme könnten die Chinesen das Know-How von Kion nutzen, um alle ihre Warenlager zügig umzustellen und den Automatisierungsgrad deutlich zu erhöhen.

Mit einem Kauf der Kion-Aktie setzen wir Aktionäre uns dem aus unserer Sicht klar positiven Übernahmerisikos aus. Im Falle eines Übernahmeangebotes könnte der Aktienkurs, ähnlich wie bei KUKA, schnell um 50% ansteigen.

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